Kraftübung „sich rückwärts hochziehen“

Diese Übung eignet sich für Hunde und Besitzer, die bereits etliche Tricks und Kraftübungen geclickert haben, und für ihren Sporthund noch etwas mehr Herausforderung suchen.

Ein sogenanntes „Cross Training“ ist im menschlichen Sportbereit für alle Sportler nicht nur ein lästiges „muss“, sondern ein sebstverständlich zum Sporttraining zugehöriges Modul. Egal welcher Leistungssport, kein Sportler trainiert nur das, was er eigentlich im Wettkampf absolviert. Der Körper wird immer mit gesonderten Übungen geschult.

So werden die Bewegungen präziser, da der Körper schneller und besser entsprechende Muskeln ansteuern kann. Kontrolliertes Muskeltraining schützt Deinen Hund vor Belastungen in Sport und Alltag! Ein Junghund, der gezielte Muskulatur aufbaut, wird nicht „überbelastet“, sondern hat eine Muskulatur, die seine Gelenke schützt! Es findet keine ruckartige oder stoßartige und schnelle Belastung statt!

Die Angst vor der Arbeit mit Junghunden ist also komplett unbegründet! Jedes Toben mit anderen Hunden ist eine viel stärkere Belastung als ein gezieltes Training in diesem Sektor!

 

Die Übung kann in verschiedenen Varianten trainiert werden, durch Veränderung einiger Trainingsfaktoren steigt einerseits der Schwierigkeitsgrad der Übung, andererseits werden durch Änderung der Variablen auch andere Trainingsziele erreicht. Geändert werden können:

  1. Geschwindigkeit/Intensität der Übung
  2. Dauer der Übung
  3. Wiederholungsanzahl
  4. Bewegungsreichweite
  5. Bewegungsebene
  6. Körperposition
  7. Widerstand (z.B. mit Gewichtsmanschetten)

Die Übung „sich rückwärts hochziehen“ bietet Eurem Hund folgene Vorteile:

 

  • Kräftigung der unteren Rumpfmuskulatur
  • exzentrische Muskelübung (diese wird vor allem bei Bremsbewegungen im realen Leben und Sport benötigt)
  • Verbesserte Körperwahrnehmung und generelle Kraftsteigerung
  • geringe Belastung
  • einfach zu trainieren, aber mit Variablen so weit ausbaufähig, dass sie auch für fortgeschrittene Athleten eine Herausforderung darstellt

Die Übung kann in folgenden Schritten trainiert werden:

Schritt 1:

Der Hund lernt, auf einer Plattform (großes Kissen, festes niedriges Brett, Dogstepper,  Matratze o.ä.) zu stehen, alle 4 Beine auf der Plattform. Nun soll er mit den Vorderbeinen auf den Boden und mit den Vorderbeinen wieder zurück auf die Plattform. Die Erhöhung sollte hier nur sehr niedrg sein. Dabei kann mit Futter gelockt werden und dann mit der leeren Hand geführt werden und richtige Ausführungen geclickt werden.

Wichtig ist es, darauf zu achten, dass der Hund immer steht und sich nicht hinsetzt. Sitzend würde der Hund nicht die Rumpfmuskulatur in der Art aktivieren, wie wir es uns hier wünschen.

Andrea war mit ihrer fast 15 Jahre alten Hope so lieb, diesen ersten Schritt für uns zu filmen:

Schritt 2:

Beherrscht der Hund Schritt 1 auch mehrfach hintereinander, kann schrittweise die Plattform erhöht werden. Dazu können je nach Hundegröße gern Balancekissen, Donuts, kleinere Peanuts oder auch Podeste genutzt werden. Der Vorteil an allen Balance Utensilien (Peanut, Donut, Balance Disc) ist, dass wir den Effekt der Rumpfstabilisierung durch die Instabilität der Plattform verstärken.

Solltet Ihr feststellen, dass dies dem Hund zu schwer ist, beginnt mit festen Plattformen wie hohen Kissen, kleinen Hockern etc.

Durch die Erhöhung der Plattform variieren wir bereits die Faktoren Intensität,Bewegungsebene, Bewegungsreichweite und den Widerstand (Schwerkraft!).

Wer noch eine besondere Herausforderung für seinen Hund sucht, kann diese Übung nun auf dem Laufband absolvieren.

Eine schöne Variante ist außerdem eine Weste mit Gewichten, die die Übun umso schwerer gestaltet.

Ich freue mich, wenn Ihr mir Videos von Euren Übungen hierzu schickt!

Hier seht ihr ein Video von Andrea Deeg, die mit ihren beiden Senior Hunden die Übung im Wald an einem Baumstamm trainiert hat. Danke für deine Idee, Andrea!