„Welpen-Sitz“ und warum es nicht niedlich ist

 

„Welpensitzen“, „schiefes Sitzen“ sind gängige Begriffe, die jeder schon einmal gehört hat.

Sehr viele Hunde, und vor allem Welpen sitzen oftmals mit gekrümmtem oder schiefem Rücken, rollen sich über das Sitzbein nach hinten, kippen zur Seite weg, sitzen „auf einer Pobacke“ oder strecken ein oder beide Beine zur Seite weg.

Neben diesen sehr offensichtlichen „Fehlhaltungen“ gibt es aber auch viel subtilere, z.B. das Ausdrehen der Vorderbeine, ein großer Abstand zwischen Vorder- und Hinterbeinen oder das Ausdrehen der Hinterfüße.

Eine alte Hündin streckt die Mittelfußknochen nach außen weg und zeigt einen sehr großen Abstand zwischen Vorder- und Hinterbeinen.

Auch dies ist nicht die optimale Haltung.

Warum ist es wichtig, wie mein Hund sitzt?

Ein unsauberes Sitzen von Welpenalter an kann zu Fehlhaltungen und über die Jahre zu weitergehenden Problemen führen. Oftmals haben die Hunde eine sehr schwache Bauch- und Rückenmuskulatur.

Wenn man sich eine schlechte Sitzposition anschaut wird schnell klar: bei jedem Aufstehen kann der Hund nicht wie ursprünglich vorgesehen die Kraft aus der Hinterhand nehmen und Schub nach vorn geben. Er muss sich mit der Vorderhand und der Schultergürtelmuskulatur „hochziehen“. Die Lenden- und Bauchmuskulatur wird immer schwächer und das Problem immer größer. Vorderbeine und Schulter-/Nackenbreich werden überlastet und entwickeln Verspannungen und evtl. Blockaden mit Folge von Schmerzen. Ellenbogen und Karpalgelenke werden auf Dauer überlastet.

Bei Jungtieren, die ein gewisses Gewicht entwickeln, lassen sich oft aus osteopathischer Sicht erschreckende Veränderungen des Brustkorbbereiches fühlen, wenn die Tiere „damit groß werden“.

 

Ein geschlossenes, aufrechtes Sitzen zu trainieren bedeutet, die Rumpf- und Haltemuskulatur des Hundes zu trainieren! Schlichtes Sitz ist also korrekt ausgeführt bereits ein Training!

In meinen Onlinekursen (Welpenkurs 8 Wochen bis 5 Monate, statische Fitness) stelle ich Ideen vor, wie ihr euren Hund trainieren und/oder umtrainieren könnt.

Achtung! Bitte bei massiven Schonhaltungen gesundheitliche Ursachen abklären! Bei massiven Knie- und Hüftproblemen bitte Rücksprache halten!

Folgende Kriterien wollen wir beim geschlossenen Sitzen erreichen:

– Der Po wird nach vorn zur Vorderhand herangezogen, die Vorderhand bleibt stativ
– Der Hund sitzt aufrecht, die Hinterbeine parallel, die Hinterfüße zeigen nach vorn Richtung Kopf, nicht schräg nach außen
– Der Abstand zwischen Hinterhand und Vorderhand ist möglichst gering
– Sehr gern soll der Hund immer wieder nagend am Leckerchen nach vorn oben gestreckt werden, um den Rückenstrecker zu stärken 

 

Mit einfachen Dingen, auf die Ihr im Alltag achten könnt, könnt ihr also bereits viel erreichen!