Strukturiertes Fitness Training

Teure Tools = Tolles Training?

bone   donutsMomentan kommen immer mehr wirklich tolle Fitness Tools auf den Markt, die sicherlich vielseitig nutzbar sind.

Aber ein Tool ist immer nur so gut, wie der Trainingsplan dahinter.

Viele Mails erreichen mich mit der Frage: Ich will die Rückenmuskulatur stärken, wie groß muß die Erdnuss sein, damit mein Hund darauf stehen kann?

Puhhh, was soll ich darauf antworten?! Geh mal zu Deinem Physiotherapeuten für Menschen und sage  ihm, du willst nur die Rückenmuskulatur stärken, und welches Gerät du kaufen sollst….

 

Antwort: Muskulatur sollte immer ganzheitlich trainiert werden, durchdacht und strukturiert. Es steht und fällt nicht mit dem Gerät, sondern mit den Übungen, der Steigerung und der Wiederholung und Häufigkeit des Trainings.

Eines kann ich Euch versprechen: vom bloßen Stehen auf einem kleinen Schaukelbrett oder einer Erdnuß tut sich nichts super effektives.

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Sinnvoll eingesetzt machen die Tools Spaß UND sind effektiv!

Um Euren Hund gezielt zu trainieren, solltet ihr Euch Gedanken machen:

  1. Hat mein Hund Idealgewicht? Dazu sollte die Wirbelsäule DEUTLICH fühlbar sein, ebenso die Hüfthöcker und die Rippen.
  2. Ist mein Hund gesund? Regelmäßiger Checkup beim Osteopathen/ Chiropraktiker, nicht erst dann „wenn man was sieht“
  3.  Hat mein Hund Schwachstellen? Wenn ja, welche?
  4. Was genau betreibe ich an Sport? ( bei Verletzungen und Reha sollte ein ausgebildeter Physiotherapeut hinzugezogen werden, mehr dazu siehe unten)
  5. Welche Muskelgruppen und welches Training macht bei dieser Sportart Sinn? (Ein Sprinter über 100m hat andere Muskeln als ein Langstreckenläufer, siehe Olympische Spiele….)
  6. Welche Arten von Muskeltraining gibt es überhaupt?
  7. Will ich auch die Koordination und Balance trainieren?
  8. Will ich die Sprungkraft verbessern?
  9. Wie oft muß ich die Woche welche Übung machen?
  10. Wie viele Wiederholungen trainiere ich?
  11. Wie steigere ich für welche Übung den Schwierigkeitsgrad so, dass der Hund trainiert wird, aber nicht überanstrengt, aber auch nicht ineffektiv trainiert?
  12. Wie sollte bei welcher Übung der Körperschwerpunkt des Hundes gelagert sein, und was bedeutet das für mich, meine Position und meine Belohnungsposition und -richtung?
  13. Soll der Hund gleichseitig oder einseitig belastet werden? Wenn einseitig, an Seitenwechsel denken!
  14. Welche Tools machen dann überhaupt Sinn für uns?
  15. Wie groß ist mein Hund? Brauche ich Tools, auf denen er komplett stehen kann überhaupt?
  16. Wie sichere ich die Tools optimal, damit mein Hund sicher und vertrauensvoll darauf arbeiten kann?
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Auch ohne Fitness Tools kann man tolle Dinge trainieren!

ABalance Igelll diese Inhalte lernt ihr in meinen Online Fitnesskursen zu bedenken und zu planen!

Übungen werden schrittweise aufgebaut und der Schwierigkeitsgrad gesteigert.

Welche Muskelgruppen dabei genutzt werden, und wozu der Hund diese braucht, wird ebenfalls erklärt.10

Eine Tabelle mit einer Übersicht dazu findet ihr auch auf meiner Homepage.

Zu den Onlinekursen ( Infos zum Ablauf und Buchung) geht es hier:

http://shop.hundeschule-ol.de/index.php?cat=c8_Online-Kurse-Online-Kurse.html

 

Thema „Physiotherapeut“ und „Chiropraktiker“ oder „Osteopath“

….wußtet ihr, dass diese Begriffe nicht geschützt sind? Jeder Mensch darf sich für Hunde so selbst ernennen, nachdem er ein paar Wochenendkurse gemacht hat, egal an welchem „Institut“. Mit einem solchen „Institut“ ist schnell viel Geld verdient, wichtig aussehende Zertifikate werden ausgestellt….

Aber ich rechne euch folgendes vor:

  1. Human ausgebildeter Physiotherapeut (ist geschützt!)

Macht eine 3 Jährige Ausbildung in Vollzeit. Mindestens 2900 Ausbildungsstunden in Theorie, in denen alles über Anatomie, Orthopädie etc. gelernt wird. Außerdem 1600 Praxisstunden.

Manuelle Lymphdrainage, Akupunktur, Manuelle Therapie oder gar Osteopathie ist darin NICHT enthalten!

Weitere Aufbaukurse sind dann nötig. Osteopathie beispielsweise wird dann an div. Instituten unterrichtet, die aber den Abschluß voraussetzen, hier stehen meist 3-5 Jahre Ausbildung an, vorgeschrieben sind MINDESTENS 1350 Stunden!

2. Tierarzt

Allein das Grundstudium NUR der anatomische Bereich umfasst 2 Jahre lang jede Woche minimal 6 Stunden die Woche plus praktische Übungen.

Das komplette Studium ( umfasst aber ja alle Tierarten) beinhaltet so viele Tausend Stunden, dass es müßig ist, sie aufzuzählen.

Weitere Aufbaustudien für Osteopathie oder Chiropraktik umfassen jeweils MINDESTENS 300- 550 Stunden. Dabei wird das Studienwissen vorausgesetzt und nur Tierärzte angenommen, bzw. ausgebildete Humanphysios (zB. DIPO oder ICREO)

3. „Tierphysio“/ „Tier Osteopath“

An den meisten Instituten ist eine Mischung aus Fernstudium (Heimstudium) und Anwesenheitsseminaren gegeben. Die Anwesenheitsseminare umfassen meist ca. 5-6 Wochenenden, maximal 4 Tages Blocks , Gesamstundenzahl der gesamten Ausbildung sind meist 250-400 Stunden (maximal…) GESAMT, in denen ALLES oben genannte gelehrt wird ( werden soll….?!)

Danach sind die ausgebildeten, die meist keinen fachbezogenen Beruf erlernt haben (es reicht auch Fleischereifachverkäuferin… 😉 ) voll ausgebildet und können nun „heilen“.

Natürlich können sie nach dieser Zeit auch Osteopathie, Akupunktur, Manuelle Therapie, TCM, Manuelle Lymphdrainage etc.!!!

Oder sollte es da wohlmöglich Unterschiede geben?

Naja, eine Wertung ist wohl jedem selbst überlassen.

 

Ich empfehle euch:

Sucht einen ausgebildeten Humanphysio, der ZUSÄTZLICH dieses eine Jahr Ausbildung noch gemacht hat, wo auch immer, um sich auf Hunde zu spezialisieren. Noch besser: er hat eine Osteopathie Ausbildung zusätzlich gemacht (für Menschen!).

Sehr sehr gute Alternative (auch gut zu kombinieren mit kollegialer Zusammenarbeit!): Tierarzt mit Zusatzausbildung in Akupunktur, Chiropraktik oder/besser und Osteopathie.