Running Contacts- Methodenübersicht

Running Contacts sind „hip“ und „in“- jeder redet darüber, jeder will es ausprobieren.

Ich persönlich habe mich ebenfalls entschieden, meinen jungen Hund darin zu trainieren, habe mich aber schon vor einiger Zeit mit dem „Aufbau“ über verschiedene „Methoden“ damit befasst.

Ein großes Argument, RC zu trainieren, ist für mich, dass der Hund nicht stoppen muss, was deutlich gelenkschonend ist.

Allerdings würde ich es nur dann empfehlen, wenn ihr mind. 4-5x die Woche Zugang zu einem Steg habt.

Hier möchte ich eine Übersicht erstellen über die bekanntesten Methoden. Natürlich gibt es immer kleine Abwandlungen und jeder nennt es neu nach seinem Namen, aber so habt ihr wenigstens eine grobe Idee.

  1. Klassisch nach Silvia Trkman

Silvia war sicherlich mit eine derjenigen, die die Runnings bekannt gemacht hat, zeigen ihre Hunde doch alle seit über 12 Jahren auf großen Events spektakuläre RC- die zu einem Aufschrei in der Agi Szene führten. Erst verpönt und belächelt ist es inzwischen zum Glück „gesellschaftsfähiger“ geworden.

Silvias Methode basiert vor allem auf einem motorischen Lernen und hohem Tempo. Die Theorie dahinter ist, dass der Hund die Runnings direkt im vollen Tempo lernt und das Gerät dann mit verschiedenen Ein- und Ausgängen trainiert. Die Höhe wird nur langsam gesteigert und der Vorwärts Zug über ein Werfen eines Spielzeugs aufgebaut. Parallel wird mit dem Hund an extrem vielen Tricks zur Körperbeherrschung und Hinterhand Bewusstsein trainiert.

Das Setup und der Anlauf werden anfangs so gestaltet, dass der Hund eine extrem hohe Trefferquote hat, erst dann werden langsam Faktoren geändert.

Die Methode ist körperlich recht anstrengend für den Hund, da viele Wiederholungen trainiert werden und er immer volles Tempo geht. Einige Hunde erzielen extrem tolle Ergebnisse, bei anderen ist es schwieriger.

Silvia bietet sehr gut betreute Onlinekurse in englischer Sprache dazu an.

www.lolabuland.com

2. komplett frei geformt

Diesen Weg machte in Europa als erstes Jenny Damm publik, aktuell bietet Mona Grefenstein dazu deutschsprachige Kurse an.

Das Prinzip basiert auf einem sehr kleinschrittigen Aufbau, der prima zu Hause und im eigenen Garten auch ohne komplettes Gerät erfolgen kann.

Der Hund lernt erst in extrem langsamem Tempo und soll mit einem eng gesteckten Kriterium verstehen, dass der Abgang bis zum Ende zu arbeiten ist mit sehr tiefen Treffern. Dabei ist es egal, ob Vorderhand oder Hinterhand.

Die Ausgänge verschiedener Varianten werden sehr früh auch frei geformt aufgebaut.

Belohnt wird mit einem Futterautomaten, welcher später durch Spielzeug ersetzt wird.

Gut geeignet meiner Meinung nach für Junghunde, da keinerlei Belastung im Aufbau entsteht.

Auch hier bin ich der Meinung, dass es nicht für alle Hunde der geeignete Aufbau ist, aber vor allem für schnelle Hunde mit gutem Vorwärtszug halte ich es für sehr geeignet.

3. Mit Target – Matte

Hier gibt es die allseits beliebte „Klingelmatte“, die einen Ton von sich gibt, wenn der Hund sie berührt. Elegant, weil es dem Hundeführer das genaue hinschauen erspart.

Ich bevorzuge ein „tonloses“ Target, da ich es besser finde, mein Auge zu schulen und die Treffer zu klassifizieren. So belohne ich tiefere Treffer und Treffer mit mehr als einer Pfote zusätzlich mit Jackpot. (ich nutze den Clicker als Marker für die Treffer).

Die meisten Trainingsideen, die mit einer Matte als Target arbeiten, kombinieren es mit einem Futterautomaten, um einen guten Vorwärts Zug zu bekommen.

Je nach Trainer sind die Matten unterschiedlich groß, von 70x30cm bis zu 45x30cm. Nur wenige nutzen eine volle Zonengröße.

Je nach Grundidee wird zunächst am Boden gearbeitet und der Hund lernt, die Matte zu überlaufen. Einige Trainer kombinieren erst am Boden div. Geräte, bevor die Matte auf den Steg kommt.

Auch am Steg gibt es Unterschiede, einige Trainer erhöhen schrittweise, andere sofort auf volle Höhe.

Ebenfalls das Ausschleichen des Automaten,  die Arbeit mit Wendungen sowie die Kommando Umsetzungen für die Abgänge handhabt jeder Trainer ein bisschen anders.

Die Methodik setzt auf ein gutes Verständnis und erst später auf Tempo.

Meiner Meinung nach schwer mit Hunden, die einen schlechten Vorwärtszug haben, aber mit Geduld sicher auch machbar 🙂

Die schönste Variante, die Matte auszuschleichen, sind Granulatmatten, die erst in einer auffälligen Farbe und dann in Farbe des Stegs genutzt werden können.

Da die Hunde aber mit der Methodik oft generell ein gutes Verständnis für das Ende der Rampe entwickeln, ist das Abbauen oft einfacher, als man denkt.

In Deutschland gibt es nun zunehmend mehr Anbieter von Onlinekursen, die diese Methodik nutzen.

In England sind Dawn Weaver und Bonny Quick mit die bekanntesten gewesen, die Kurse anboten. Dawn Weaver baut dabei sehr deutlich auf reine Hinterhand Treffer, bei Bonny Quick ist dies etwas offener gestaltet, beide bauen es im Anfang sehr unterschiedlich auf.

Deutschsprachige Kurse bieten z.B. Anne Lenz, Laura Gessner, Merit Jähne und sicherlich viele andere.

4. mit einem Rahmen und/oder Sprungregulatoren

Die Grundidee wird hauptsächlich an der Wand genutzt, da sie weniger auf Rennen basiert, sondern auf einer Galoppsprung- Regulierung.

Der Hund lernt bei der klassischen Methode für die Wand wie Rachel Sanders sie bekannt gemacht hat, erst am Boden mit einem bestimmten Galoppspung-Muster, durch den Rahmen zu springen.

Dieser wird später auf der Wand angebracht, um einen gesunden und flüssigen Rhythmus zu bekommen.

Einige nutzen die Methode inzwischen kombiniert mit anderen, um den Zonenbereich am Steg für den Hund deutlich zu machen.

An der Wand wird ebenfalls gern mit Sprungregulatoren (Poolnudeln) gearbeitet,um die Sprünge des Hundes so zu platzieren, dass er gut in der Zone landen kann.

Am Steg sehe ich dies aufgrund der Länge (mehr Möglichkeiten für Galoppsprung Varianten) deutlich kritischer, aber es mag den ein oder anderen Hund geben, der es mit (oder trotz?!) dieser Methode gelernt hat.

An der Wand wird der Rahmen schrittweise abmontiert, und zwar von oben über die Seiten nach unten (verkürzen der Teile Schritt für Schritt).

Die Poolnudeln an der Wand werden häufig im Training immer genutzt und nur im Turnier einfach weggelassen, da es sich vor allem um ein motorisches Lernen handelt und der Hund den Bewegungsablauf meist dann auch ohne die Nudeln zeigt.

Wer doch (leichtsinnigerweise) am Steg mit Sprungregulatoren arbeiten will ( denkt daran, damit arbeitet man eher eine Sprung- als eine Laufbewegung raus! Am Steg wenig sinnvoll….), kann diese immer kleiner machen und irgendwann durch einen Klebestreifen ersetzen.

 

Ich freue mich, dass RC immer  bekannter werden und habe selbst Freude am Training der RC- aber es ist sehr viel zeitaufwändiger, als klassische 2on/2off.