3. Prüfungsreife trainieren

Wenn ihr nun soweit seid, dass Ihr die Übungsteile zu den fertigen Übungen verketten konntet, seid Ihr vielleicht schon in Gedanken dabei, Eure erste Prüfung zu planen.

Dafür solltet Ihr aber einige Schritte in der Vorbereitung nicht vergessen.

1. Übungen durch Rituale erkennbar machen

Im Trainingstipp für die Box habe ich Euch bereits empfohlen, die Übungen durch Ritual anzukündigen. Auch für die anderen Übungen solltet Ihr Euch Rituale überlegen, um es dem Hund leichter zu machen. Diese Rituale solltet Ihr auch im Training immer benutzen, damit der Hund sie wirklich sicher mit der Übung verknüpft.

2. mehrere Übungen hintereinander trainieren, ohne zu belohnen

Ihr solltet unbedingt regelmäßig ( möglichst einmal die Woche) all die Übungen, die Ihr sicher auftrainiert habt, aneinanderketten, und dazwischen nicht mit Futter oder Spielzeug belohnen. Lobt den Hund stimmlich, eventuell rennt ein kleines Stück mit ihm oder lasst ihn einen Trick machen, wenn er das gern tut (baut das aber wieder ab, denn das dürft Ihr in der Prüfung nicht!). Für Euch ist es auch wichtig, zu „üben“, wie Ihr den Hund ermunternd nach der einen beendeten Übung zu der nächsten „transportiert“. Das gibt beiden Teampartnern mehr Sicherheit. Ihr solltet dabei die Belohnung auf keinen Fall am Körper tragen.

3. Prüfungsituationen trainieren

Versucht, regelmäßig mit Steward zu trainieren, Euch bei Fuß schicken zu lassen und auch sonst alle Ansagen wie in einer Prüfung zu machen. Außerdem sollte jemand neben und hinter euch herlaufen und alles aufschreiben, was ihm auffällt. Lasst jemanden Applaudieren und Euch zujubeln, dabei darf es ruhig etwas übertrieben sein. Schön wäre es, wenn Ihr auch Flatterband spannt und ein Zelt an den Rand stellt, um dem Hund genau den Prüfungskontext zu bieten. Anfangs könnt Ihr diese Situation noch häufiger belohnen, dann wird sie mit Punkt 2 gekoppelt.

4. Eure Körperhaltung extrem verändern

Gerade wenn Ihr nervös seid und schwache Nerven für Prüfungen habt, solltet Ihr Euren Hund daran gewöhnen, dass Ihr manchmal einfach „komisch“ seid. Bringt  z.B. Euren Puls nach oben, indem Ihr einige Runden rennt und dann mit extremer Körperspannung und einem nachgespielten Muskelzittern mit dem Hund arbeitet.  Verändert beim Fußlaufen eure Armhaltungen, mal vor der Brust gekreuzt, mal waagerecht zur Seite ausgestreckt, mal über dem Kopf. Je mehr Varianten Ihr einbaut und den Hund für korrektes Verhalten dabei belohnt, desto besser kann er damit umgehen, wenn Ihr eben „anders “ seid, und erfüllt trotzdem seine Aufgabe.

Erst wenn Ihr das alles eine Weile gemacht habt und der Hund trotzdem sicher seine Übungen erfüllt, solltet Ihr eine Prüfung melden. Denkt daran, dass eine halb verstandene Übung, die der Hund „irgendwie macht“ für den Hund eh schon einen Unsicherheitsfaktor darstellt. Unvorbereitet diese Übung in einer ungewohnten Atmosphäre machen zu müssen, ohne dafür belohnt zu werden führt nicht dazu, dass der Hund „Prüfungsroutine“ bekommt, sondern , dass er lustlos und unsicher wird. Gebt Eurem Hund die Zeit, ihn sauber aufzubauen, er hat diese Sicherheit verdient.

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