1. Übungsteile erlernen

Der Punkt klingt vielleicht überflüssig für manche, aber meine Erfahrung ist, dass recht wenige Hunde wirklich präzise Bilder im Kopf haben, wie eine Aufgabe auszusehen hat.

„Apport“?

Viele Hunde bewegen sich in einem Graubereich um das richtige Verhalten herum und strahlen beim Ausführen der Übung Unsicherheit aus, die vom Hundebesitzer gern mit „zu Hause kann er es“ oder „der weiß genau was er soll“ betitelt wird.

Ausrede Nummer 1 glaube ich sogar, Ausrede Nummer 2 ist nur unfair dem Hund gegenüber. Um dem Hund genau zu vermitteln was er soll, braucht der Mensch auch einige Fähigkeiten, der Hund muss außerdem eine gewisse Grundmotivation bestizen. Ich muss es also erstmal schaffen, dass dem Hund die Belohnung, die ich anbiete, wichtig ist. Dann muss der Hund lernen, dass er es schaffen kann, die Belohnung durch Verhaltensänderung herbeizuführen, dass er also die Verantwortung dafür trägt, wie er wann belohnt wird. Das klingt einfach, ist aber für Hunde, die nur mit Frauchen als aktivem Part ( arbeiten mit Körper“action“ beim Fuß laufen, reden, motivieren und Futterlocken beim Fußlaufen z.B) gearbeitet wurden, schwer zu verstehen.

Als Hundeführer brauche ich einen Plan, wie ich das gewünschte Verhalten erreichen will. Welche Hilfen will ich geben, und wie will ich sie in welchen Schritten wieder abbauen? Was könnten Vor- oder Nachteile für das langfristige Verstehen der Übung sein, wenn ich locke, frei forme oder aber mit „Zwischenwegen“ arbeite, also mit Targets arbeite?

Bevor mein Schritt – für- Schritt Plan nicht steht, sollte ich das Training nicht beginnen. Der Hund ist wie eine unbeschriebene Festplatte, er kommt nicht ins Training und hat ein Betriebssystem vorinstalliert.:-)

Die Übungsschritte werden in sinnvollen Kleinstportionen trainiert und erstmal unter Immerbelohnung gesetzt. Schließlich steigen die Kriterien, in der Fußarbeit wird zum Beispiel nach dem Hilfenabbau, der schnell erfolgen sollte, die Strecke langsam (durchschnittlich) erhöht, die der Hund laufen soll.

Welcher Part eine große Rolle beim Erlernen der Übungen spielt, ist die Ablenkung. Ich trainiere eine Übung höchstens 2 mal in absolut isolierter Umgebung ( zu Hause, Garten), dann wird sie auf Spaziergängen trainiert,  schließlich nach einigen Durchläufen mit zunehmender Sicherheit auch in extremer Ablenkung, z.B. im Baumarkt, auf dem Supermarkt -Parkplatz, in der Fußgängerzone. Der Hund muss generalisieren, dass diese Übung immer so aussieht, egal was drumherum passiert. Das ist für Hunde der schwierigste Part- leider aber auch der, den wir Menschen am wenigsten verstehen können, da wir anders lernen. ( insofern, dass wir alles gelernt sofort abtrahieren können) Meistens haben die Hunde unter zu wenigen Ablenkungen die Übungen trainiert und haben dann große Probleme, sie zu zeigen, wenn etwas anders ist als sonst. Bitte gebt also Eurem Hund unbedingt die Möglichkeit, zu generalisieren!

Schließlich kommt der 2. Teil ins Spiel, das Verketten der ersten Übungsteile, dabei kann es sein, dass Ihr in einer Übung schon so gut vorangekommen seid, dass Ihr die Teile verketten könnt, während Ihr bei anderen Übungen vielleicht noch Einzelteile trainert.  Falls Ihr kein so gutes Gedächtnis habt, solltet Ihr aufschreiben, bei welcher Übung welcher Fortschritt aktuell besteht.

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